Bericht „Ordensmann war als Spitzel
für die Gestapo tätig“ im Kölner Stadt-Anzeiger

Am Freitag, den 26. Juli 2019 hat der Kölner Stadt-Anzeiger von der NS-Dokumentation „Das Bistum Aachen im Nationalsozialismus. Eine Spurensuche in Biographien und Ereignissen“ in den Räumen der Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang berichtet:

32 􀀐􀀝􀀛􀀔􀀲􀀚􀀎􀀓􀀐􀀗􀀐􀀚 􀀕􀀌􀀗􀀏 Freitag, 26. Juli 2019 􀀔􀀆􀀩􀀪􀀣􀀬 􀀛􀀮􀀟􀀢􀀮􀀂􀀌􀀪􀀳􀀣􀀧􀀥􀀣􀀬 􀀞􀀘􀀗 􀀛􀀜􀀐􀀙􀀓􀀌􀀗 􀀐􀀞􀀐􀀚􀀕􀀲􀀗􀀒 􀀛􀀡􀀦􀀩􀀣􀀧􀀢􀀣􀀪􀀂􀀞􀀫􀀥􀀣􀀩􀀭􀀟􀀪􀀥􀀄 Wie haben sich die katholischen Christen im Bereich des Bistums Aachen in der Zeit des Nationalsozialismus dem Regime gegenüber verhalten? Waren sie standhafte Widerständler, schweigende Mitläufer oder gar tätige Unterstützer? Dieser Frage widmet sich eine Ausstellung, die in der Nationalparkseelsorge in Vogelsang zu sehen ist. Ungewöhnlich ist die Präsentation. Statt in Schaubildern die Dokumente zu zeigen, haben die Verantwortlichen die Dokumentation digital aufgearbeitet. So sind die Ergebnisse der Historikergruppe, die sich der Aufgabe gestellt haben, fast 75 Jahre nach Kriegsende die Position der katholischen Kirche zu durchleuchten, in ihrer ganzen Vielschichtigkeit erfahrbar. Das Verbindungsglied zur Nationalparkseelsorge war Dietmar Jordan. Er ist katholischer Theologe und seit 37 Jahren Pastoralreferent. Im Sommer 2016 begann er seine Tätigkeit in der damals neu geschaffenen Nationalparkseelsorge. „Allen Beteiligten war klar, wir können hier nicht arbeiten, ohne uns als Kirche ehrlich zu machen“, sagt er. Es sei auch keine Diskussion gewesen, diese Aufarbeitung von Externen machen zu lassen. Leiter der Arbeitsgruppe aus Historikern war Dr. Helmut Rönz vom LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte. 􀀒􀀬􀀫􀀃􀀣 􀀍􀀟􀀪􀀢􀀠􀀬􀀣􀀧􀀮􀀣 Akzeptiert worden seien, so erläutert Jordan, nur schriftliche Bekenntnisse. „Mündlich tradierte Geschichten wurden von den Historikern nicht akzeptiert, da war die Auswahl der Quellen sehr streng“, sagt er. Aus der Vielzahl des Materials seien schließlich 30 Biografien ausgewählt worden, die in die Dokumentation Eingang gefunden haben. Um die Ereignisse greifbar zu machen, seien vier Kategorien geschaffen worden, in die die Lebensläufe eingeordnet worden seien: Beteiligt und fanatisiert, standhaft und widerständig, gebeugt und gebrochen sowie verstrickt und verführt. Doch die Abgrenzung ist nicht strikt vorgenommen worden, manche Lebensläufe sind gleich in mehreren Kategorien wiederzufinden. „Wir wollten die Grautöne deutlich machen, es gab die ganze Bandbreite der Verhaltensweisen“, stellt er fest. So ist die Kernbotschaft, die die Historikergruppe erarbeitete, dass es Distanz und Nähe zum nationalsozialistischen Regime zugleich gab, teilweise sogar in dem Verhalten eines Menschen. Aber eines sei besonders deutlich geworden, betont Jordan: „Die lange transportierte Botschaft, die katholische Kirche sei ein ,Bollwerk des Widerstandes‘ gewesen, ist so nicht haltbar.“ Die Ambivalenzen müssten ausgehalten werden, fordert Jordan. „Wir sind eine Kirche, die Licht und Schatten enthält“, stellt er fest. Er werde oft gefragt, wo die Kirche damals gewesen sei. Doch darauf gebe es keine einheitliche Antwort. Es habe eine große Bandbreite an Taten und Einstellungen gegeben. Aufgewühlt habe ihn, als er erfahren habe, dass es auch Priester gegeben habe, die Spitzeldienst für die Gestapo übernommen hatten und dafür auch bezahlt wurden. Auch ein Ordenspriester derBenediktinerabtei in Vaals sei V-Mann der Gestapo gewesen, sagt Jordan. „Dass dies bis in die Tiefe der Kirche ging, hat mich doch sehr erschüttert“, sagt er ehrlich. „Wir konnten uns einer großen Bereitschaft zur Aufarbeitung sicher sein“, so Dietmar Jordan. Bruder Lambertus, heute im Konvent in Vaals, habe zu ihm gesagt:„Nur die Wahrheit macht uns frei.“ Auch einen aktuellen Bezug habe die Ausstellung. „Es geht auch um die Frage, wie wir heute Kirche sind und wie wir uns verstehen“, betont Jordan. So sei die Kirche nicht nur klerikal heldenhaft, sondern fehlbar und dadurch auch menschlicher. 􀀐􀀵􀀨 􀀫􀀝􀀣􀀦􀀳 􀀬􀀈􀀯􀀯􀀧􀀯 􀀳􀀫􀀥􀀪 􀀦􀀫􀀧 􀀑􀀧􀀳􀀵􀀥􀀪􀀧􀀲 􀀦􀀧􀀲 􀀐􀀵􀀳􀀳􀀴􀀧􀀭􀀭􀀵􀀯􀀩 􀀦􀀫􀀧 􀀓􀀰􀀬􀀵􀀮􀀧􀀯􀀴􀀣􀀴􀀫􀀰􀀯 􀀵􀀯􀀦 􀀦􀀫􀀧 􀀧􀀲􀀣􀀲􀀤􀀧􀀫􀀴􀀧􀀴􀀧􀀯 􀀕􀀣􀀬􀀴􀀧􀀯 􀀳􀀧􀀭􀀤􀀳􀀴 􀀧􀀲􀀳􀀥􀀪􀀭􀀫􀀧􀀅􀀧􀀯􀀇 􀀕􀀰􀀴􀀰􀀏 􀀟􀀴􀀧􀀱􀀪􀀣􀀯 􀀔􀀶􀀧􀀲􀀭􀀫􀀯􀀩 􀀕􀀐􀀍􀀐􀀗􀀛􀀕􀀁􀀝􀀑􀀐 􀀉􀀇 􀀰􀀣􀀬􀀭􀀡􀀦􀀧􀀣􀀢􀀣􀀪􀀣 􀀚􀀧􀀤􀀧􀀯􀀳􀀭􀀆􀀵􀀨􀀧 􀀷􀀧􀀲􀀦􀀧􀀯 􀀫􀀯 􀀦􀀧􀀲 􀀓􀀰􀀬􀀵􀀮􀀧􀀯􀀴􀀣􀀴􀀫􀀰􀀯 􀀦􀀣􀀲􀀩􀀧􀀳􀀴􀀧􀀭􀀭􀀴􀀇 􀀓􀀣􀀲􀀵􀀯􀀴􀀧􀀲 􀀫􀀳􀀴 􀀹􀀵􀀮 􀀑􀀧􀀫􀀳􀀱􀀫􀀧􀀭􀀦􀀧􀀲􀀶􀀰􀀯􀀙􀀣􀀱􀀭􀀣􀀯􀀗􀀧􀀫􀀯􀀲􀀫􀀥􀀪 􀀝􀀲􀀫􀀯􀀹􀀃 􀀦􀀧􀀲 􀀳􀀫􀀥􀀪 􀀨􀀉􀀲 􀀳􀀧􀀫􀀯􀀧 􀀟􀀱􀀫􀀴􀀹􀀧􀀭􀀄 􀀦􀀫􀀧􀀯􀀳􀀴􀀧 􀀨􀀉􀀲 􀀦􀀫􀀧 􀀖􀀧􀀳􀀴􀀣􀀱􀀰 􀀤􀀧􀀹􀀣􀀪􀀄 􀀭􀀧􀀯 􀀭􀀫􀀧􀀅􀀇 􀀖􀀧􀀯􀀣􀀵􀀳􀀰 􀀫􀀳􀀴 􀀫􀀯 􀀦􀀧􀀲 􀀐􀀵􀀳􀀄 􀀳􀀴􀀧􀀭􀀭􀀵􀀯􀀩 􀀦􀀧􀀲 􀀫􀀮 􀀘􀀣􀀪􀀲 􀀊􀀎􀀋􀀍 􀀶􀀧􀀲􀀄 􀀳􀀴􀀰􀀲􀀤􀀧􀀯􀀧 􀀐􀀣􀀥􀀪􀀧􀀯􀀧􀀲 􀀑􀀫􀀳􀀥􀀪􀀰􀀨 􀀘􀀰􀀄 􀀳􀀧􀀱􀀪 􀀡􀀰􀀩􀀴 􀀹􀀵 􀀨􀀫􀀯􀀦􀀧􀀯􀀃 􀀦􀀧􀀲 􀀦􀀧􀀵􀀴􀀄 􀀭􀀫􀀥􀀪􀀧 􀀙􀀲􀀫􀀴􀀫􀀬 􀀣􀀮 􀀜􀀣􀀴􀀫􀀰􀀯􀀣􀀭􀀳􀀰􀀹􀀫􀀣􀀄 􀀭􀀫􀀳􀀮􀀵􀀳 􀀵􀀯􀀦 􀀫􀀪􀀲􀀧􀀲 􀀞􀀣􀀳􀀳􀀧􀀯􀀱􀀰􀀭􀀫􀀴􀀫􀀬 􀀆􀀵􀀅􀀧􀀲􀀴􀀧􀀇 􀀓􀀫􀀧 􀀢􀀧􀀲􀀲􀀫􀀳􀀳􀀧􀀯􀀪􀀧􀀫􀀴 􀀹􀀷􀀫􀀄 􀀳􀀥􀀪􀀧􀀯 􀀙􀀫􀀲􀀥􀀪􀀧 􀀵􀀯􀀦 􀀜􀀣􀀴􀀫􀀰􀀯􀀣􀀭􀀳􀀰􀀄 􀀹􀀫􀀣􀀭􀀫􀀳􀀮􀀵􀀳􀀃 􀀳􀀰 􀀘􀀰􀀲􀀦􀀣􀀯􀀃 􀀷􀀧􀀲􀀦􀀧 􀀣􀀯 􀀦􀀧􀀲 􀀑􀀫􀀰􀀩􀀲􀀣􀀨􀀫􀀧 􀀶􀀰􀀯 􀀠􀀪􀀧􀀰􀀦􀀰􀀲 􀀑􀀧􀀣􀀵􀀥􀀣􀀮􀀱 􀀦􀀧􀀵􀀴􀀭􀀫􀀥􀀪􀀃 􀀦􀀧􀀲 􀀱􀀲􀀣􀀬􀀄 􀀴􀀫􀀹􀀫􀀧􀀲􀀧􀀯􀀦􀀧􀀲 􀀙􀀣􀀴􀀪􀀰􀀭􀀫􀀬 􀀩􀀧􀀷􀀧􀀳􀀧􀀯 􀀳􀀧􀀫􀀃 􀀣􀀤􀀧􀀲 􀀩􀀭􀀧􀀫􀀥􀀪􀀹􀀧􀀫􀀴􀀫􀀩 􀀦􀀫􀀧 􀀝􀀰􀀭􀀫􀀴􀀫􀀬 􀀦􀀧􀀲 􀀜􀀣􀀴􀀫􀀰􀀯􀀣􀀭􀀳􀀰􀀹􀀫􀀣􀀭􀀫􀀳􀀴􀀧􀀯 􀀣􀀭􀀳 􀀚􀀣􀀯􀀦􀀲􀀣􀀴 􀀫􀀯 􀀓􀀉􀀲􀀧􀀯 􀀶􀀰􀀯 􀀊􀀎􀀋􀀋 􀀤􀀫􀀳 􀀊􀀎􀀌􀀌 􀀵􀀮􀀩􀀧􀀳􀀧􀀴􀀹􀀴 􀀪􀀣􀀤􀀧􀀇 􀀁􀀳􀀧􀀶􀀂 Ordensmann war als Spitzel für die Gestapo tätig Ausstellung dokumentiert die ambivalente Einstellung von katholischen Christen zum Nazi-Regime

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Tel. 02444 / 5759987
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Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang

GdG Hellenthal/Schleiden
Vogelsang 86a
53937 Schleiden

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