16 ostbelgische Seelsorger auf „Dienstfahrt“ nach Vogelsang zur NS-Ordensburg

Die Altäre in Ostbelgien waren am Dienstag, 20. Juni, verwaist. Kein Wunder: 16 Priester befanden sich auf „Dienstfahrt“, wie übrigens alle Jahre wieder am Dienstag nach der Vituswoche, wobei die Fahrt diesmal nach Vogelsang führte.

In diesem Jahr lag die Organisation des Ausflugs, bei dem die Seelsorger ihre „Kirche im Dorf“ ließen, in der Verantwortung des Dekanats Eifel.

Die Seelsorger aus Ostbelgien, zuzüglich einiger „Auswanderer“ (wie der im Oktober 2004 verstorbene Dechant Albert Backes die stets gern gesehenen Mitfahrer nannte, die außerhalb Ostbelgiens als „Hirten“ in „Lohn und Brot“ stehen), starteten ihren Ausflug um 9.30 Uhr in Vogelsang, wo sie unter der fachmännischen Führung von Michael Reimann, Gemeindereferent der Nationalparkseelsorge, die ehemalige NS-Ordensburg Vogelsang besichtigten.

In der Ordensburg haben die Nationalsozialisten ihre Nachwuchsführungskräfte geschult und ideologisch geprägt. In Vogelsang wurde das menschenverachtende Wertesystem der Nazis bei einer Geländeführung besonders anschaulich erfahren.

Der historische Ort wurde so zu einem Impulsgeber für die Frage nach dem tatsächlichen Wert jedes einzelnen Menschen und seiner Begründung. Dabei ging es besonders auch um den Respekt gegenüber anderer Religionen und Kulturen.

Der 62-jährige Gemeindereferent von der Nationalparkseelsorge stellte immer das nationalsozialistische Menschenbild dem christlichen Verständnis gegenüber: Jeder Mensch ist wertvoll – bedingungslos.

Nach der Besichtigung der Ordensburg bestiegen die Teilnehmer unter der Leitung von „Reisemarschall“ Dechant Claude Theiss einen Planwagen und ließen sich von der Stute Queen und dem Wallach Iti durch den Nationalpark über Walberhof zu dem Ort Wollseifen auf der Dreiborner Hochfläche kutschieren.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Dorf durch britische Streitkräfte geräumt, um auf dem umliegenden Gelände den Truppenübungsplatz Vogelsang anzulegen.

Dieser wurde 1950 dem belgischen Militär übergeben. Auf dem Dorfgelände errichtete das belgische Militär zahlreiche Kulissenhäuser, um den Häuserkampf üben zu können. In den letzten Jahren wurden vom Förderverein Wollseifen mehrere Restaurierungsmaßnahmen vorgenommen, um das Gelände zur Besinnungs- und Gedenkstätte auszubauen.

Danach ließ Dechant Claude Theiss den „priesterlichen Reisetross“ Monschau ansteuern, wo die Reisegesellschaft nach einem Gebetsmoment den Tag in gemütlicher Runde ausklingen ließ.

Wie vor zwei Jahren, als die Benediktinerabtei Maria Laach zu einer bewegten Entdeckungsreise einlud, und wie im vergangenen Jahr, als das Eupener Wasserwerk, die Wachendorfer Feldkapelle und die Abtei Maria Wald besucht wurden, kam auch in diesem Jahr die Möglichkeit nicht zu kurz, unter „Pastören“ mit Bischof em. Aloys Jousten einige Stunden der Entspannung und des ungezwungenen Austausches zu genießen, Gemeinschaft und Freundschaft zu pflegen und einander außerhalb des Dienstes besser und einmal anders kennenzulernen.

Damit ging ein „Betriebsausflug“ zu Ende, der die Teilnehmer sichtlich beeindruckt hat. Im kommenden Jahr ist das Dekanat Eupen-Kelmis mit der Ausrichtung der Tour betraut.

(Grenzecho vom 24. Juni 2017)

Lesen Sie dazu auch den Beitrag direkt beim Grenzecho:

Quelle (Text, Bild, Screenshot // mit freundlicher Genehmigung):
http://www.grenzecho.net/community/wir-von-hier/16-ostbelgische-seelsorger-auf-dienstfahrt-nach-vogelsang-zur-ns-ordensburg

 

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