Schülerinnen und Schüler des:Hermann-Josef-Kolleg Steinfeld auf Schöpfungsexkursion

Drei 7te Klassen des Hermann-Josef-Kollegs Steinfeld haben in den letzten zwei Wochen naturbezogene Bildungsarbeit im „Grünen Klassenzimmer“ erlebt. Jede Klasse ist in der ersten Woche einen Tag auf Schöpfungsexkursion im Nationalpark Eifel unterwegs gewesen. Die pädagogischen Mitarbeitenden der Nationalparkseelsorge Ronald Weber und Magdalena Mai haben die Schülerinnen und Schüler aus Steinfeld willkommen geheißen. Gemeinsam haben sie diese besonderen Schultage komplett unter freiem Himmel erlebt. Die Schöpfungsexkursion war durch bewusstes Sehen, Hören, Fühlen und Schmecken der Natur geprägt. Es ging darum „Natur anders wahrzunehmen“, als wir es sonst gewohnt sind. Schon der Übergang vom Feld in den Wald hat einen besonderen Moment der Wahrnehmung ermöglicht: Als keine Schuhe mehr geknirscht haben und alle Worte verstummt sind, waren da plötzlich die Vögel zu hören, die kühlere Waldluft zu spüren und die Frische zu riechen. „Eigentlich ist das immer da, doch ich nehme das so selten wahr“, erkannte eine Schülerin.
Lieblingsmomente wurden an diesem Tag viele von den Jugendlichen gesammelt: bei der Fühlübung am Bach mit verbundenen Augen oder beim Verkosten der Wald-Apotheke. „Wo gibt es noch mehr Sauerampfer?“, schalte die neugierige Frage von den Schülerinnen und Schülern durch den Wald, denn sie waren ganz begeistert von der Vielzahl an essbaren, heilsamen Pflanzen um sie herum. In der Bedürfnis-Übung haben sie ihre eigene Verbundenheit mit der Natur neu verstehen und spüren gelernt. Zum Ende hin wurde deutlich Gott ist in all den Geschöpfen unserer Mitwelt präsent und wir können Gottesdienst feiern auch in dem wir die Geschenke bewusst wahrnehmen und fürsorglich mit der Mitwelt umgehen.
In der zweiten Woche ging das „Grüne Klassenzimmer“ für die 7ten Klassen aus Steinfeld weiter und zwar direkt in der Umgebung ihrer Schule. Im angrenzenden Wald wurden die direkten Naturerfahrungen der Schöpfungsexkursion aufgegriffen und durch den Blick auf die eigene Haltung und Verantwortung in dieser Klimakrise erweitert. Abgestorbene Fichten, Vertrocknete Baumkronen im Sommer, Sonnenbrand auf den Blättern – durch einen Waldrundgang haben die Schülerinnen und Schüler die Anzeichen im Wald sehen gelernt, an denen sie erkennen, dass auch die Natur unter den extremen Wetterereignissen leidet, die nun auch in Deutschland vermehrt auftreten, wie der Hitzesommer und die Waldbrände in diesem Jahr gezeigt haben. Den Schrei der Natur erkennen als auch ein Bewusstsein entwickeln, welche Menschen global und in der deutschen Gesellschaft am meisten von den Auswirkungen der menschengemachten Klimakrise betroffen sind, waren Lernziele des Tages. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass gerade auch Jugendliche besonders psychisch unter den Folgen des Klimawandels leiden. Klimaängste, Ohnmachtsgefühle und Hoffnungslosigkeit für die eigenen Zukunft sind beschriebene emotionale Auswirkungen. Das Grüne Klassenzimmer hat auch einen Raum eröffnet, um über diese Gefühle in der Klassengemeinschaft zu sprechen und gemeinsam Strategien für einen positiven Umgang damit zu suchen. Zusammen wurden Zuversicht, Gemeinschaft und die Verbundenheit mit allem Leben erlebt und eingeübt, damit die jungen Menschen resilient und verantwortungsbewusst in diesen Zeiten leben und wirken können.